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Geschichte der Biometrie
Wohl der älteste Identitäts- und damit Berechtigungsnachweis, der auf einer technischen Einrichtung und nicht auf dem persönlichen Wiedererkennen einer Person beruht, ist der mechanische Schlüssel. Hier beruht der Nachweis der Identität und damit der Berechtigung auf einem Besitz.
Neuere Formen der selben Kategorie sind alle Arten von Kuntstoffkarten, die elektrisch, magnetisch oder optisch lesbar sind.


Alle diese Formen von Berechtigungsnachweisen haben heute einen hohen technischen Stand erreicht und sind zum Teil schwer nachzuahmen oder zu fälschen. Es haftet ihnen aber ein prinzipieller Nachteil an: Die technischen Einrichtung kann wohl die Identität und Berechtigung der Karte oder des Schlüssels feststellen, aber nicht diejenige des Besitzers oder Überbringers. Mit anderen Worten: Besitz kann gestohlen, verloren oder an Unberechtigte weitergegeben werden.


Diesen Nachteil suchen Systeme zu vermeiden, die nicht auf Besitz, sondern auf Wissen beruhen. Passwörter sind hier die älteste Methode, Identität und Berechtigung zu beweisen. In neuerer Zeit sind diese Verfahren ebenfalls automatisiert worden in Form von Zugangswörtern, zum Beispiel bei Computern, oder von Persönlichen Identifikations-Nummern (PIN). Der Missbrauch durch Diebstahl ist hier ausgeschaltet, jedoch nicht die Weitergabe an Unberechtigte.


Auch reduziert das Notieren von PIN beispielsweise auf Kreditkarten, das leider trotz Warnung von vielen Benutzern immer noch praktiziert wird, den Sicherheitswert einer PIN praktisch auf Null.


Kombinationen von besitzbasierenden und wissenbasierenden Systemen reduzieren zwar nochmals die Wahrscheinlichkeit eines Betruges, schließen aber den prinzipiellen Mangel nicht aus, dass damit der Überbringer noch immer nicht zweifelsfrei identifiziert ist.


Einziges Mittel, die Identität einer Person unwiderlegbar festzustellen, ist die Erkennung von persönlichen Eigenschaften. Wir bezeichnen diese als biometrische Eigenschaften, die Technik dieser Erkennung als Biometrie.


Messbare biometrische Eigenschaften einer Person gibt es viele. Sollen Messung und Vergleich mit vorher gespeicherten Daten jedoch automatisch erfolgen, so sind folgende Anforderungen an diese biometrischen Eigenschaften zu stellen.
  • Invarianz der Eigenschaften Diese dürfen sich über einen längeren Zeitraum nicht verändern.
  • Erfassbarkeit Die Eigenschaften sollten genügend eindeutige Merkmale enthalten, um eine Person von jeder anderen zu unterscheiden.
  • Akzeptanz Die Messung der Eigenschaften muss in einer für ein breites Publikum akzeptablen Form erfolgen. Auszuschließen sind insbesondere invasive Techniken, d.h. Technik, die zur Prüfung einen Teil des Körpers benötigen oder (scheinbar) beeinträchtigen.
  • Reduzierbarkeit Die erfassten Eigenschaften müssen auf einen leicht handhabbaren Datensatz reduziert werden können.
  • Zuverlässigkeit Das Ver fahren muss eine hohe Zuverlässigkeit und Reproduzierbarkeit aufweisen
  • Datenschutz Die Privatsphäre der erfassten Personen ist zu schützen.

Unter diesen Vorraussetzungen reduzieren sich die denkbaren automatisch erfassbaren Eigenschaften auf wenige, die auch alle in der Vergangenheit untersucht worden sind.
  • Handgeometrie
  • Handschrift
  • Augennetzhaut
  • Augeniris
  • Stimme
  • Gesicht
  • Fingerabdruck
  • Venenmuster

 

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